Holzy im Olympiastadion

Es geschah am 3. Oktober 1980, als der 3. Oktober noch längst kein Deutscher Feiertag war. Ich sollte das Spiel der C-Junioren Hertha BSC – RFC Alt-Holland (heute BSC Reinickendorf) leiten, es war ein Spiel der Landesliga, der damals zweithöchsten Berliner Spielklasse.

Ich bekam eine Umlegung von Hertha BSC, dass das Spiel von der „Kokswiese“ ins Olympiastadion auf einen Freitagabend gelegt wird. Es war das Vorspiel zu Hertha BSC gegen FV Würzburg 04 im DFB-Pokal. Ich organisierte mir mit Genehmigung meines Ansetzers Manfred Galander die beiden Winker (heute Assistenten) Udo Hoffmann und Dirk Wulkow. Das Spiel wogte auf und ab, Hertha führte schnell 1:0, Alt-Holland machte daraus eine 3:1-Halbzeitführung. Dann fiel das 4:1, und „der Drops schien geleutscht zu sein“. Doch die Reihen lichteten sich, es wurden zum Hauptspiel 5.429 zahlende Zuschauer gezählt.. Durch einen Doppelschlag kam Hertha BSC auf 3:4 heran, und die Zuschauer merkten, dass die Herthaner ihre Unterstützung brauchten. Hertha setzte alles auf eine Karte, die tapferen „Holländer“ waren genau so ausgelaugt wie ich nach der für meine Verhältnisse außerordentlichen Laufleistung in den ersten 50 Minuten. Konter kamen keine mehr zustande, Hertha hatte Latten- und Pfostenpech, und es bleib beim 3:4.

Glücklich nahm ich nach meinem Abpfiff die Winker in den Arm. Der mich als Zuschauer begleitende bekannte Schiedsrichter Stefan Nitz (wir spielten in der Jugend beim SC Staaken zusammen) attestierte eine überdurchschnittliche Laufleistung, zum Dopingtest musste ich allerdings auch nicht. Aber das Stadion und die Kulisse beflügelten mich. Beim Abholen der Spielerpässe bekam ich von den Offiziellen beider Vereine ebenfalls Lob. Ich kam ohne Strafen aus.

Dann durften wir uns das Pokalspiel anschauen. Der damalige Zweitligist Hertha BSC gewann nach anfänglichen Schwierigkeiten 4:1 (2:1). Den letzten Treffer für Hertha erzielte der gebürtige Spandauer Peter Pagel (Bruder von Stefan „Pummi“ Pagel), der mich auf meinem weiteren Weg als Funktionär einige Male noch begleiten sollte. Wir kannten uns aber schon vorher. Auf der Anzeige leuchtete auf: „Dieser Schuss von Peter Pagel kam wie Donner, Blitz und Hagel!“, nun gut Schuss, es war ein Kopfball. Nach dem Spiel kam Peter zu mir und schenkte mir sein Trikot mit dem Werbezug „Auto-Meister“.

Stolz fuhren wir nach Hause, und einige Tage schickte mir der Jugendleiter von Alt-Holland, Herr Spieß, dieses Foto zu, das ich zufällig beim Aufräumen wiederfand.

Euer Holzy

Holzy im Olympiastadion