Niederlage in Steglitz…

veröffentlicht: 21.03.26

SSC Südwest 1947 – FSV Spandauer Kickers 1:0 (0:0)


SSC Südwest 1947: Toni Stroehlke, Edin Sejdic, Alexander Willam, Lars Schoeneich, Juan Cernescu, Philipp Olsowski, Enes Oguz Timur Schick, Melvin Glaser, Mohamed Rayen Chafra, Gian-Luca Blume, Mehmet Tunay – Trainer: Jeremy Kaatz
FSV Spandauer Kickers: Nils Gardeike, Jack Krumnow, Klaus Oldorff, Florent Iseni (46. Jakub Ado Klepczynski), Tchanawe Tunde Kris-Walick Odoubiyi Cocou (90. Arda Sahin), Kilian Dewald (75. Steffen Sawallich), Younes Bougoubba (75. Samuel Agyei-Yeboah), Isaac Vefonge Wana, Luca Pomorin, Okan Tastan, Malick Fall – Trainer: Lukasz Lach – Co-Trainer: Andre Stifter

Mit auf der Bank: Jizzini, Yosma und Müller. Gelbe Karten: Dewald und Sawallich

Schiedsrichter: Simon Ferel – Zuschauer: 40
Tore: 1:0 Enes Oguz Timur Schick (81.) nach vorangegangenem Foul an L. Pomorin, wohl einer der wenigen Fehler des ansonsten guten SR S. Ferel.

Man muss schon mit sehr viel positiver Gesinnung in die Partien gehen, um es gut mit unserer Mannschaft nach einem Punkt jahresübergreifend aus sieben Spielen zu meinen. Während in vielen Clubs der Profiligen schon Panik ausbrechen würde, so sind und bleiben wir der seit Gründung vor 50 Jahren „ganz andere Verein“ und schenken dem Stuff, wie es jetzt neu modern heißt, unser volles Vertrauen. Denn Tore schießen können diese Protagonisten auch nicht!

Während wir uns noch im November darüber unterhielten, ob wir im Falle eines Falles die Oberliga finanziell und von der Infrastruktur her stemmen können, so müssen wir trotz immer noch mehr Siegen als Niederlagen nach unten schauen, denn schon so manche Situation in der Vergangenheit ist schief gegangen, wenn man sich vermeintlich sicher fühlte und nicht rechtzeitig dagegen steuerte.

Ich selbst habe es am eigenen Leibe erfahren in der Landesligasaison 1984/85 mit dem Reinickendorfer Verein BSC Hota (heute BSC Reinickendorf). Mit 13-5  als Aufsteiger gestartet, standen wir zur Winterpause mit 15-15 Punkten da. Dann ging die Sieglosserie weiter. Wir standen mit 17-27 Punkten aber immer noch drei Punkte (beim Zwei-Punkte-System) vor der Abstiegszone. Und trotz 8-8 Punkten aus den letzten acht Spielen standen wir außer am letzten Spieltag (!) nie auf einem Abstiegsplatz, das war’s dann.

Nun will ich auch nicht den Teufel an die Wand malen, aber dass es geht, musste ich leider erleben.

Nun zum Spiel: man darf bei einer Niederlage gegen einen Tabellenletzten nicht alles schlecht reden und in Frage stellen, und die Steglitzer spielten tatsächlich nicht wie ein Abstiegskandidat. Man muss dafür auch einmal ein Kompliment aussprechen, denn die Südwestler kämpften in diesem Spiel auf Augenhöhe wie die Löwen. Mittelfeldarbeit gab es beiderseits kaum, es wurde viel mit langen Bällen operiert. Und es entwickelte sich ein typischen 0:0- oder 1:0-Spiel mit der offenen Frage, wer eventuell das erste Tor schießt.

Unsererseits gab es durchaus gefällige Situationen, aber die Aktionen wurden nicht mit der nötigen Durchschlagskraft vollendet. Viele Aktionen verpufften an der vielbeinigen Abwehrreihe der Gastgeber. Auch die Standards verpufften darin, dass man den gegnerischen Torwart warmschoss. Und es schlich sich bei uns einige Male der Schlendrian ein. So hatten wir in der 63. Minute das Glück, dass der mögliche Führungstreffer der SSC-er am Torpfosten verpuffte.

Und so kam es, wie es kommen musste, wir kassierten dann das umstrittene 0:1. Auch wenn wir alles nach vorne warfen, die Angriffe wurden nach gar nicht einmal so schlechten Ansätzen nur bis zur vorletzten, aber nicht zur letzten Aktion ausgeführt. Und die Niederlage war gar nicht einmal so unverdient.

Nun gilt es, sich auf die nächste Aufgabe zu konzentrieren. Am Sonntag, dem 29. März, um 11.30 Uhr am Brunsi empfangen wir die recht unbequeme Mannschaft von VfB Fortuna Biesdorf, aus der Hinrunde steht das 1:1  aus dem Auftaktspiel dieser Saison. Und Vorsicht: von Samstag zu Sonntag wir uns (und auch den Biesdorfern) wegen der Zeitumstellung eine Stunde Schlaf „geklaut“. Vielleicht bringt die Sommerzeit neues Blut in unsere Adern.

Der aufmerksame Leser wird erkannt haben, dass das Verb „verpufft“ dreimal im Bericht vorkam. Das unvergessene Travestie-Duo Mary und Gordy (Georg Preuße und Reiner Kohler hatte mit dem Song „Meistens ist gar nicht dahinter“ im Jahre 1983 einen großen Hit:

Du machst dich ran an einen Mann
Von dem du meinst, da ist was dran
Er führt dich aus, er lädt dich ein
Ein Gläschen Bier, ein Schlückchen Wein,
Champagner lässt er diesmal aus
Und bringt dich früh und brav nach Haus
Der Magen knurrt, dich plagt der Frust
Weil du allein ins Bettchen musst.

Meistens ist gar nichts dahinter
Meistens ist gar nichts dabei
Lauter Schaum, lauter Luft
Und der Luftballon verpufft
Und der Strauß legt nur ein Spatzenei
Meistens ist gar nichts dahinter
Alles nur Schwindel und Schein
Doch man merkts und ist still,
Weil mans gar nicht wissen will
Denn man fällt ganz gerne drauf rein

Du fühlst dich allein gar nicht wohl
Denn irgendwas in dir ist hohl
Und schaust du ob es jemand gibt
Der dich vielleicht ein bisschen liebt
Da ist ein Mensch, der dir entspricht
Figur ganz doll und Filmgesicht
Du gehst der Sache auf den Grund
Und kommst zu folgendem Befund:

Meistens ist gar nichts dahinter
Meistens ist gar nichts dabei
Lauter Schaum, lauter Luft
Und der Luftballon verpufft
Und der Strauß legt nur ein Spatzenei
Meistens ist gar nichts dahinter
Alles nur Schwindel und Schein
Doch man merkts und ist still,
Weil mans gar nicht wissen will
Denn man fällt ganz gerne drauf rein

Es ist schon lang nach Mitternacht
Die Roxie-Bar wird zugemacht
Die Barfrau kommt allein heraus
„Da geh ich rein, die raub ich aus!“
„Igitt, igitt! Ein Räubersmann!
Er eignet sich mein Täschchen an.
Sie brauchen nicht enttäuscht zu sein,
Ich bin für Sie ein armes Schwein!“

Meistens ist gar nichts dahinter
Meistens ist gar nichts dabei
Lauter Schaum, lauter Luft
Und der Luftballon verpufft
Und der Strauß legt nur ein Spatzenei
Meistens ist gar nichts dahinter
Alles nur Schwindel und Schein
Doch man merkts und ist still,
Weil mans gar nicht wissen will
Denn man fällt ganz gerne drauf rein

So spielen wir fast jede Nacht
Und freu’n uns wenns euch Freude macht
Und mancher fragt sich selber schlau:
Wer ist hier Mann, wer ist hier Frau?
Wir zieh’n aus Spaß uns an und aus
Und immer kommt ein Mann heraus
Drum lachen sie und denken sie
Das gilt auch für die Travestie

Meistens ist gar nichts dahinter
Meistens ist gar nichts dabei
Lauter Schaum, lauter Luft
Und der Luftballon verpufft
Und der Strauß legt nur ein Spatzenei
Meistens ist gar nichts dahinter
Alles nur Schwindel und Schein
Doch man merkts und ist still,
Weil man sich dran freuen will
An dem bisschen schönen Schein.
Doch man merkts und ist still,
Weil man sich dran freuen will
An dem bisschen schönen Schein