Chronik

Bis 1975 mußten viele ausharren, um endlich dem Fußballverein beitreten zu können, auf den sie immer gewartet hatten. Und inzwischen sind 25 Jahre vergangen, die man, bis auf die äußerlichen Kleinigkeiten wie dünne Haare und dicker Bauch, kaum bemerkt hat.

Zum 10 - jährigen Jubiläum hatten wir bereits eine Festschrift gefertigt. Auch hier soll versucht werden, in Form einer Chronik die wichtigsten Ereignisse zusammenzufassen, damit bei einem erhellenden Getränk mit der Mitspielerin oder dem Mitspieler alte Erinnerungen wach bleiben.

Diese Chronik orientiert sich daher nach Jahrgängen und nicht, wie unsere bereits seit 1987 bestehende Vereinszeitung, an Einzelberichte der jeweiligen Mannschaften. Sie ist in die drei bisherigen Abteilungen des Vereins aufgeteilt, der Herren- und Damenabteilung, der Jugendabteilung und der „sonstigen“ Abteilungen. Dann folgen noch die üblichen Statistiken, ein Bericht über unser inzwischen traditionelles Otto-Brandenburg-Turnier sowie den auf persönlichen Wunsch unseres Rekordnationalen Dr. Wagner durch die Redaktion unveränderten Bericht über die Ältesten des Vereins, der noch ergänzt wird um die extra für dieses Jubiläum erstellte Saisoneinsatzstatistik.

Wir hoffen auf eine gelungene Jubiläumsfeier, hoffentlich „nur“ einstellige Niederlagen für unsere 1. Herrenmannschaft und unsere 1. Damenmannschaft gegen unsere herzlichst willkommenen hochkarätigen Gäste in den Jubiläumsspielen am 3. Oktober 2000, die beiden
Bundesligamannschaften von Hertha BSC und Turbine Potsdam,
sowie viel Spaß beim Schmökern in unserer eigenen Vergangenheit.

Franzel Barwanietz, Manfred Dunkel und Bernd Emshoff

Chronik

Die Damen- und HerrenabteilungDie Vereinsgründung
Als wir im Sommer 1975 die Idee konkretisierten, einen Fußball- und Sportverein zu gründen, konnte niemand ahnen, wie es sich weiter entwickeln würde. Wir rekrutierten uns vornehmlich aus Studenten, die mit einer Fußballmannschaft am Uni-Sportgeschehen teilnahmen.

Im Herbst 1975 holte Jürgen Pufahl beim BFV (damaliger VBB, im folgenden nur noch BFV genannt) Erkundigungen ein, wie man dort Mitglied werden kann. Es bestand beim BFV zum damaligen Zeitpunkt keine große Bereitschaft, einen neuen Verein aufzunehmen. Die Auflagen waren dementsprechend.

Schon bei der Gründungsversammlung am 1. Dezember 1975 wurde klar, dass von den vielen anfänglich Begeisterten nur noch einige ihren Idealismus bewahrt hatten, und dass die Vorstellungen, weshalb dieser Verein überhaupt gegründet werden sollte, teilweise weit auseinander klafften. Demzufolge sprangen schon zu dieser Zeit einige Mitstreiter ab. Die restlichen Ereiferer trafen sich weiterhin, um in Ergänzungsbeschlüssen die Satzung und auch die Prinzipien des Vereins endgültig festzulegen. Wir strebten an, auf keinen Fall einen herkömmlichen Verein darzustellen, mit all seinen vermeintlich negativen Erscheinungsformen, wie viele von uns sie von verschiedenen Vereinen her kannten. Erwähnt sei hier nur z.B. Funktionärstum, Cliquenwirtschaft, „Spielereinkäufe“ usw. Wir wollten uns selbst organisieren, uns flexibel gestalten und auf jeden Fall Toleranz üben gegenüber jeglichen Strömungen und Interessen innerhalb des Vereins. Ein jeder sollte Spaß finden, indem er sich am Vereinsleben beteiligte, und er sollte - wenn irgendwie möglich - auch selbst jederzeit mitbestimmen können.

Am 23. März 1976 wurden wir dann endlich ins Vereinsregister eingetragen. Doch hiermit begannen erst die eigentlichen Schwierigkeiten um unsere Anerkennung. Wir mußten viele Hürden nehmen und stellten diverse Anträge. Zum Beispiel wurde der vom BFV geforderte Sportplatznachweis uns vom Sportamt Spandau verweigert, mit dem Hinweis auf die fehlende Mitgliedschaft im BFV. Nach Intervention beim damaligen zuständigen Stadtrat Gabriel konnten wir uns aus dieser Klemme befreien.

Die notwendigen 2 Männermannschaften hatten wir beisammen, ebenso 50 Mitglieder und 2 Schiedsrichter (Hoffmann, Roecker), aber mit den 2 Jugendmannschaften sah es schon schlechter aus. Matthias Wagner und Jürgen Pufahl arbeiteten damals in Kindergärten, und so konnten wir dann doch alsbald genügend Kinder für unseren neuen Verein begeistern und besuchten die Eltern der ersten 50 Jugendlichen persönlich. Mithin wurden wir am 1. Juli 1976 in den BFV aufgenommen.

Wir wurden auch Mitglied im LSB (September 1976) und in der Spandauer Fußball AG. Uns wurde die Gemeinnützigkeit zuerkannt (Oktober 1976) und die endgültige Anerkennung der sportlichen Förderungswürdigkeit zugesprochen (April 1977).

Die ersten 10 Jahre (1975 - 1985)
Von Tag zu Tag wuchs die Mitgliederzahl, vor allem aus dem Neubaugebiet Heerstraße-Nord kamen die Jugendfußballer in großen Scharen. Mitte des Jahres 1978 konnten wir 8 Jugendmannschaften zum Spielbetrieb melden. Vor diesem Hintergrund mutete die zeitweise Auflösung der Jugendabteilung des Vereins in den Jahren 1982 bis 1985 besonders tragisch an.

In der Anfangsphase hatten die Kickers sowohl bei den Männern, als auch bei der Jugend die größten Probleme, Sportstätten für ihren Sport zur Verfügung gestellt zu bekommen. Sport- und Schulamt stellten sich quer. Nachdem der Verein jedoch die Förderungswürdigkeit erhielt, besserte sich die Situation. Der Vorstand, der sich für diese anfänglichen Geschäfte verantwortlich zeichnete, setzte sich folgendermaßen zusammen:

1. Vorsitzender: Jürgen Pufahl Geschäftsführer: Andreas Busch
2. Vorsitzender: Matthias Wagner Kassierer: Johannes Maue
3. Vorsitzender: Stefan Bodin

Sämtliche Vorstandsmitglieder waren gleichzeitig als Spieler der 1. und bislang einzigen Mannschaft aktiv. Jürgen Pufahl, 1. Vorsitzender und Spielführer der Mannschaft, übernahm zusätzlich noch die Leitung des Trainings und leistete damit die Hauptarbeit im Verein. Dafür verdiente er sich den Titel „Mädchen für alles“.

Um die Zuverlässigkeit als Verein an einem regelmäßigen Spielbetrieb des BFV zu beweisen, mußten wir in unserer ersten Saison 1976/77 sogenannte „Pflichtfreundschaftsspiele“ absolvieren.

Gleich im ersten Spiel gegen den Spandauer SC schafften wir mit einem 2:2 einen Achtungserfolg. Die 26 Pflichtfreundschaftsspiele verliefen insgesamt recht ausgeglichen, so dass wir bei Einbeziehung in die Punktwertung einen Mittelfeldplatz in der C-Klasse wohl hätten belegen können. Einigen Niederlagen standen auch Kantersiege gegenüber (11:1 über Karaburan, 8:1 über den Spandauer SC, 6:1 über Azur).

Folgende Mannschaft bestritt die 1. Saison: Alkemeyer, J. Pufahl, D. Pufahl, Zoschke, Chr. Bodin, St. Bodin, Wagner, Sulz, Gottschalk, Knappe, Hoffmann, Busch, Schnupp, Dümke, Koschnik, Przestacki, Stadie, Binding, Barwanietz, Mehlitz, Emshoff, Nelke, Poser, Baer, Sebekow.

Die zweite Saison 1977/78 in der Fußballgeschichte des FSV Spandauer Kickers wurde mit viel Optimismus angegangen, zumal man sich erheblich verstärken konnte. N. Binding, Ehrecke, Hüter, Jasch, Milek und Wollschläger stießen zum Kader. Spielertrainer J. Pufahl redete nur vom Aufstieg. Die Fußballwoche (FuWo) traute uns jedoch nur den 5. Platz zu. Sie schien recht zu behalten, denn nach der Hinrunde lagen wir mit 17:11 Punkten nur auf dem 6. Platz, allerdings in Lauerstellung nur 2 Punkte von einem Aufstiegsplatz entfernt. „Schütte“ - Wolfram Schütz - coachte inzwischen die Mannschaft.



Die Rückrunde verlief für die Männer vom Fehrbelliner Tor jedoch prächtig. Obwohl 6 Spieltage vor Saisonschluß bereits auf den 4. Platz vorgerückt, glaubte die FuWo noch immer nicht an unseren Aufstieg. Wir gaben jedoch in den letzten 6 Spielen keinen Punkt mehr ab und schlugen sogar die Aufstiegsanwärter Westens 23 und Helgoland. Der so erkämpfte 2. Platz reichte zum Aufstieg in die B-Klasse, als Neuling im BFV eine beachtliche Leistung. Anerkennenswerterweise wurde Jürgen Pufahl auch noch Torschützenkönig der C-Klasse mit 24 Treffern.

Bis zu diesem Zeitpunkt wurde die Vereinsgeschichte maßgeblich durch die Person Jürgen Pufahl geprägt. Besonders in den ersten zwei Jahren engagierte er sich voll und ganz für den Aufbau des Vereins und stellte dabei seine privaten und beruflichen Interessen einstweilen zurück. Hierfür und für die in den folgenden Jahren geleistete Vereinsarbeit gebührt ihm an dieser Stelle Dank und Anerkennung des jetzigen Vorstands, dem er inzwischen wieder seit vielen Jahren als 1. Vorsitzender vorsteht und der Dank aller Vereinsmitglieder. Ohne ihn wäre der Verein mit Sicherheit nicht zu dem geworden, was er heute ist.

Die Aufstiegsfeier im Havelheim wurde ein rauschendes Fest. Vertreter einiger Spandauer Vereine waren anwesend, auch Günter Menz vom BFV sowie der Sportexperte der SPD im Abgeordnetenhaus, Fredy Stach, späterer langjähriger Spandauer Jugendstadtrat.

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Diese Mannschaft schaffte den Aufstieg: St. Bodin, Hüter, Hölger, Wollschläger, Jasch, Wagner, Pufahl, Trainer Schütz, Chr. Bodin, Sebekow, Hoffmann, Ehrecke, Milek, D. Pufahl, Emshoff; es fehlen: Alkemeyer, Barwanietz, Sulz, Binding, Przestacki, Nelke, Dümke, Poser, Böhm.

Die 2. Herrenmannschaft belegte den 4. Platz und die 3. Herrenmannschaft den 10. Platz.

In der Saison 1978/79 in der B-Klasse hingen trotz einiger Verstärkungen die Trauben für die Kickers erwartungsgemäß höher. Der „Favoritenschreck“ (FuWo vom 10.07.78) hatte Startschwierigkeiten. Erst nachdem das Trainergespann Charlesworth/Betzold die Regie übernahm, stabilisierten die Kickers ihre Leistungen. So konnte man nach der Hinrunde mit 13:13 Punkten und einem gesicherten Mittelfeldplatz beruhigt Weihnachten feiern. Wer weiß, wie die Saison verlaufen wäre, wenn das erste Punktspiel bei einer 4:1-Führung gegen Stern Britz wegen eines Wolkenbruchs nicht hätte abgebrochen werden müssen. Die guten Leistungen der Kickers fanden nun auch in der Spandauer Auswahl mit der Berufung von Chr. Bodin und J. Pufahl Anerkennung.

Auch veränderte sich die Führungsmannschaft der Kickers. Detlef Milek wählte man zum 1. Geschäftsführer, Andreas Busch übernahm den Posten des 2. Geschäftsführers. Die Rückrunde, inzwischen als Trainer allein verantwortlich George Charlesworth, verlief überaus erfolgreich. Wir erreichten noch den 6. Platz bei 30:22 Punkten, der für die kommende Saison hoffen ließ.

Folgende Spieler bestritten diese Saison: Milek, D. Pufahl, Chr. Bodin, Emshoff, Ehrecke, Przestacki, Hüter, Stücken, Kremkow, Wagner, J. Pufahl, St. Bodin, Hölger, Schmidt, Jasch, Wollschläger, Sebekow, J. Klett, W .Klett, Kanitz.

Die 2. Herrenmannschaft belegte in dieser Saison nur den 10. Platz, die neu gegründete 4. Herrenmannschaft erreichte einen 13. Platz.

Einen ungewöhnlichen und erfreulichen Werdegang verzeichnete unsere „Dritte“. Der Spieler der "Ersten", Peter Przestacki, gründete 1975 die Freizeitmannschaft des Jetpowers (einer fast vergessenen Spandauer Discothek). Diese Mannschaft wechselte dann 1978 geschlossen zu uns über. Was die „Erste“ in dieser Saison nicht schaffte, glückte der 3. Herrenmannschaft des Vereins; sie stieg auf Anhieb als Tabellenfünfter in die B-Klasse auf.

Die nächste Saison 1979/80 sollte wieder ein sehr erfolgreiches in unserer Vereinsgeschichte werden. Der Aufstieg in die A-Klasse wurde uns von der Fußballwoche prophezeit. Trotz einiger guter Zugänge gab es mit 1:5 gegen den Spandauer SC einen Fehlstart zum Saisonbeginn. In der Herbstabrechnung lagen wir dann auf dem 5. Platz mit 15:11 Punkten. Der Aufstiegszug war jedoch noch nicht abgefahren, da in diesem Jahr die ersten vier jeder Abteilung aufstiegen. Erfreulich war auch, dass zu manchen Heimspielen bis zu 100 Zuschauer den Weg zum Fehrbelliner Tor fanden. Inzwischen hatte Ilie Datcou, ein ehemaliger rumänischer Nationalspieler, George Charlesworth als Trainer abgelöst.
Nach einem dramatischen Spielverlauf konnte im vorletzten Spiel der Saison mit einem 6:5 - Sieg über den Mitaufsteiger Mariendorfer BC der Aufstieg perfekt gemacht werden. Hinter dem Berliner SC und Teutonia wurden die Kickers mit 33:19 Punkten Dritter.

Nach nur dreijähriger Teilnahme am offiziellen Spielbetrieb des BFV waren wir also jetzt in die Kreisliga A aufgestiegen - ein toller Erfolg - und wieder wurde im Havelheim eine grandiose Aufstiegsfeier abgehalten.

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Dies war die erfolgreiche Mannschaft: Udo Hoffmann (1. Vorsitzender), Schmidt, Stücken, Kottwitz, Schulz, Ehrecke, J. Pufahl, Kanitz, Trainer Datcou, Betreuer Abel Ghani, Hüter, D. Pufahl, Milek, Emshoff, Wagner, St. Bodin, Chr. Bodin; es fehlen: Kroll, Koch, Przestacki, Kremkow, Doberschütz, Jasch, Gehm, Gottemeier, Klett, Alkemeyer.

Die 2. Herrenmannschaft belegte den 7. Platz, die 3. Herrenmannschaft den 10. Platz und die 4. Herrenmannschaft den 14. Platz.

In der vergangenen Saison konnten die Spandauer Kickers auch eine Seniorenmannschaft ins Rennen schicken. Für sie galt das olympische Motto: dabeisein ist alles. Durch den mangelnden sportlichen Erfolg sowie durch das Ausscheiden einiger Spieler aus verschiedenen Gründen zeigte diese Mannschaft bald Auflösungserscheinungen. Sie mußte leider so am Ende der Saison 1980/81 abgemeldet werden. Das sollte sich später, wie wir alle wissen, ganz radikal ändern.

Die neue Saison 1980/81 begann in der Kreisliga A mit dem Lokalderby gegen unseren Angstgegner Teutonia. Die 0:2 Niederlage gab uns gleich einen Vorgeschmack auf die Schwere der Saison. Der ersten Niederlage folgten einige ausgeglichene Spiele, in denen die Mannschaft jedoch nur selten überzeugen konnte. Insbesondere die Schwäche im Angriff ließ erkennen, dass die Kreisliga A höhere Anforderungen an die Spieler stellt. Nach zwei herben Niederlagen (1:5 gegen Hertha 06 und 0:7 gegen Hansa 07) verabschiedete sich Trainer Ilie Datcou mit den legendären Worten „Viel Glück“. Seine Erwartungshaltung als Profitrainer konnte nicht in Einklang gebracht werden mit den spielerischen Möglichkeiten der 1. Herrenmannschaft.

Wieder einmal war es dann ein Mann aus den eigenen Reihen, der die trainerlose Zeit zu überbrücken half. Christian „Piele“ Ehrecke, selbst durch eine Verletzung als Leistungsträger ausgefallen, übernahm den vakanten Posten und war vorrangig bemüht, seine Mannschaft wieder zu motivieren. Nachdem sich die Mannschaft wieder gefestigt hatte und „Piele“ nunmehr wieder genesen als Spieler voll in Anspruch genommen wurde, übergab man das Traineramt an Peter Heinrich, der bisher insbesondere in der Jugendarbeit bei den Sportfreunden Kladow bemerkenswertes geleistet hatte. Trainer Heinrich hatte jedoch wenig Gelegenheit sich bei den Kickers zu bewähren. Der Spielerkader der „Ersten“ war inzwischen auf 12 Spieler geschrumpft und so konnte man nur mit Kameradschaft und kämpferischem Einsatz die erste A-Klassensaison verhältnismäßig gut zu Ende bringen. Trotz des siebenten Tabellenplatzes und einem ausgeglichenen Punktverhältnis (30:30) trennte sich die Kickers zum Saisonende wieder von Peter Heinrich.

Folgende Mannschaft bestritt die Saison: Milek, Schulz, Stücken, D. Pufahl, Emshoff, Chr. Bodin, Kottwitz, J. Pufahl, Wagner, St. Bodin, Hüter, Schmidt, König, Jasch, Mushoff, Kanitz, Öztürk, Piwowarski, Ehrecke, Trimter.

Die 2. Herrenmannschaft belegte den 9. Platz, die 3. Herrenmannschaft den 4. Platz und die 4. Herrenmannschaft den 14. Platz.

Um nach den Trainerunruhen der vergangenen Saison zunächst erst einmal wieder Ordnung in die Verhältnisse der Kickers zu bringen, einigten sich Vorstand und Spieler einvernehmlich auf Hans-Joachim Schulz als Spielertrainer für die Saison 1981/82. Doch nach den Abgängen von Christian Ehrecke und Reinhard Kanitz und ohne wesentliche Verstärkung durch Neuzugänge mußte man das Saisonziel von Anfang an ziemlich niedrig ansetzen. Die Devise hieß zunächst den Abstieg vermeiden. Vorbei waren die Zeiten, in denen die Kickers vom stetigen Aufstieg träumten und sich nach den schnellen Steigerungen über „B“- und A-Klasse bereits weit oben im Berliner Fußballgeschehen sahen. Erstmals mußte man die eigenen Grenzen erkennen und feststellen, dass es in der dicht gedrängten Spandauer Fußballandschaft schwer ist, echte Verstärkungen zu gewinnen.

So waren die Kickers überglücklich, als man am Ende der Saison die Klasse halten konnte, wenn auch das Zittern bis weit über das Ende des letzten Spieles andauerte (14. Tabellenplatz). Denn diesmal waren die Kickers auf die Schützenhilfe des WSC angewiesen. Die ganze Erleichterung kam bei einer spontan organisierten Feier bei Matthias Wagner zum Ausdruck, die bis in die frühen Morgenstunden andauerte.

Diese Mannschaft spielte: Milek, Kottwitz, König, Stücken, Schulz, Fuchs, Ch. Bodin, Emshoff, Trimter, Wagner, Schmidt, Bodin, J. Pufahl, D. Pufahl, Öztürk, Smarsch, Fröhlich, D. Schulze.

Die 2. Herrenmannschaft belegte den 13. Platz, die 3. Herrenmannschaft den 9. Platz und die 4. Herrenmannschaft den 12. Platz.

Für die neue Saison 1982/83 bemühte sich der Vorstand schon sehr frühzeitig um neue Spieler für die 1. und 2. Herrenmannschaft. Zwar verließen Hans-Joachim Schulz, Detlef Milek (beide Phönix 56), Bernd Stücken und Rainer Trimter (beide SC Tegel) den Verein nach einer verkorksten Saison; doch die Neuzugänge konnten sich auch sehen lassen.

Ab Weihnachten stieß noch Rückkehrer Rainer Trimter dazu. Als Trainer wurde erstmals ein Mann verpflichtet, der keinen Spieler der Mannschaft kannte: Wilfried „Tele“ Oelgardt, vom SC Borsigwalde. Auch der Vorstand wurde umstrukturiert. Mit Udo Hoffmann (1. Vorsitzender), Bernd Emshoff (2. Vorsitzender), Rainer Iglisch (1. Geschäftsführer), Alexander König (2. Geschäftsführer), Marion Mischke (Kassiererin) und Michael Holz (Pressewart) wurde ein Vorstand auf die Beine gestellt, der zumindestens bis Weihnachten arbeitete, was das Zeug hielt. Leider schied dann Bernd Emshoff aus familiären Gründen aus.

Zum Aushängeschild der Spandauer Kickers avancierte im Laufe der Jahre Matthias Wagner, dessen hervorragenden Leistungen durch die Berufung zum Spielführer der Spandauer Auswahl ausgezeichnet wurden.

Die Saison als solche verlief durchwachsen, und man lag Weihnachten mit 11:19 Punkten zwar im unteren Mittelfeld, jedoch mit genügend Abstand zur Abstiegszone. Doch dann wurde unsere Lage immer bedrohlicher. Nach 13 sieglosen Spielen wurde der glücklose Trainer Oelgardt beurlaubt (mir klingt noch heute sein Auftrag vor einem schweren Spiel in den Ohren: „Meine Herren, eine knappe Niederlage reicht“. Wir waren motiviert wie noch nie). In diesem Zeitraum fielen aufsehenerregende Spiele. Das 2:2 bei der Spitzenmannschaft Stern Britz, wo wir erst in der Nachspielzeit auf Schneeboden den Ausgleich hinnehmen mußten oder die unglückliche 2:4-Niederlage gegen den späteren Meister Nord/Nordstern mit drei Platzverweisen (Peter Przestacki, Matthias Wagner und Bertil Buchholz) sind nur einige Beispiele, wie dramatisch die Saison verlief.

Als es dann „Fünf vor Zwölf“ schlug, wurde für den Rest der Saison Christian Ehrecke als Trainer aktiviert. Zwar startete „Piele“ mit seiner obligatorischen Niederlage (1:3 in Wittenau), doch dann kam eins der wichtigsten Spiele in der Vereinsgeschichte der Spandauer Kickers. Beim mitbedrohten RFC Alt-Holland wurde 3:1 gewonnen und der Grundstein zum erneuten Klassenerhalt gelegt (14. Platz). Versöhnlicher Abschluß der Saison war ein gemeinsames Essen mit dem BSC Hota und das gemeinsame Betrachten des Spiels auf Video.

Die Saison bestritten: Rex, Ladenthin, Przestacki, D. Schulze, Kottwitz, König, Chr. Bodin, Alkemeyer, Schütt, Emshoff, St. Bodin, Wagner, J. Pufahl, Schmidt, Fröhlich, Opitz, M. Strehlau, A. Strehlau, D. Pufahl, Buchholz, Trimter.

Die 2. Herrenmannschaft belegte den 10. Platz, die 3. Herrenmannschaft den 5. Platz und die 4. Herrenmannschaft den 11. Platz. Die 3. Herrenmannschaft gewinnt das Turnier zum 75 - jährigen Jubiläum von FSV Hansa 07.

Die Saison 1983/84 versprach am Beginn sehr vielversprechend zu werden. Nachdem 12 Spieler den Verein verlassen hatten und 13 neue Spieler eintraten, kam man im Spandauer Pokal, der parallel zur Vorbereitungsphase unter dem neuen Trainer Elmar Koch lief, ins Endspiel. Dass man das Endspiel gegen den Oberligisten SC Gatow 0:5 verlor, dämpfte den allgemeinen Optimismus nur wenig. Entsprechend der Einschätzung der FuWo strebten die Kickers einen sicheren Platz im Mittelfeld an und zwar möglichst ohne die aus den Vorjahren ausgestandenen Abstiegsängste.

Doch bereits in den ersten Punktspielen zeichnete sich ab, dass die Neuzugänge nicht die Verstärkungen waren, die man sich erhofft hatte. Lediglich Bubolz, Rohrlack, Stabenow und mit einigen Abstrichen „Bimbo“ Radtke konnten sich in der 1. Herrenmannschaft durchsetzen. Zu der größten Enttäuschung der Saison wurde Detlef Stern, der mit großen Vorschußlorbeeren bedachte Spielmacher von Alemannia Haselhorst. Nach mehreren verletzungsbedingten Pausen in der Hinrunde trennte er sich bereits zum Jahreswechsel von den Kickers.

Durch weitere verletzungsbedingte Ausfälle (Kottwitz 14 Spieltage, Emshoff 10 Spieltage, König die ganze Saison) dreier Stammverteidiger, mußte die Abwehr nahezu von Spiel zu Spiel neuformiert werden, ohne dass sie der Mannschaft den notwendigen Rückhalt geben konnte. Da sich auch die Stürmermisere in dieser Saison nicht gebessert hatte, fanden sich die Kickers ziemlich schnell am Tabellenende wieder. Seit dem 15. Spieltag hatten die Kickers den letzten Tabellenplatz inne, den sie in der Rückrunde nicht mehr abgeben konnten. Am Ende der Saison mußten die Kickers erstmals in ihrer kurzen Geschichte absteigen.

Im Abstiegsjahr mußten leider mitspielen: Milek, Ladenthin, D. Schulze, Chr. Schulze, Stern, Kottwitz, Chr. Bodin, Emshoff, Bubolz, Rohrlack, Sauer, St. Bodin, Wagner, J. Pufahl, M. Strehlau, Trimter, Iglisch, Hausmann, L. Koch, Raasch, Radtke, Hampel, Stabenow, Gentz, Siegert, Schumann.
Die 2. Herrenmannschaft belegte den 4. Platz, die 3. Herrenmannschaft den 4. Platz und die 4. Herrenmannschaft den 14. Platz. Die 3. Herrenmannschaft gewinnt ein groß angelegtes Turnier des ASC Spandau zu Gunsten der damaligen Sendung "Dalli-Dalli" mit dem inzwischen leider verstorbenen Hans Rosenthal.
Nach dem Abstieg aus der A-Klasse, der sich bereits zum Ende der vorangegangenen Saison immer deutlicher abzeichnete, hieß das oberste Gebot für die Saison 1984/85, einen Durchmarsch in die C-Klasse zu verhindern, um den Verein nicht der Auflösung preiszugeben. Dass man zu Beginn der neuen Saison nur zwei Abgänge zu verzeichnen hatte, von Spielern, die nicht zum Stamm der 1. Herrenmannschaft gehörten, ist sicherlich großer Verdienst des Vorstandes und zeigt überdies, dass auch die Niederlagen der letzten Saison den Zusammenhalt der Mannschaft eher gefestigt haben.

Mit den zahlreichen Neuzugängen (13) galt es nunmehr eine schlagkräftige Mannschaft zu formieren, die die Zukunft des Vereins sichern sollte. Diese Aufgabe wurde erneut dem bisherigen Trainer Elmar Koch übertragen. Da es sich bei dieser Mannschaft um ein überaus junges Team handeltet, lautete das Saisonziel ein Platz im sicheren Mittelfeld und Aufbau der Mannschaft für höhere Ziele, vielleicht Wiederaufstieg in der Saison 1985/86, denn nur durch Erfolg kann ein Verein attraktiv bleiben. Nach einer wenig überzeugenden Hinrunde (13:17 Punkte) entschloß sich der Vorstand zum Handeln und trennte sich einvernehmlich von Trainer Koch.

Als neuer Coach wurde Jürgen Hebermehl zunächst übergangsweise gebeten, das Training zu übernehmen. Jürgen Hebermehl hatte seit Saisonanfang das Training und die Betreuung der 2. Herrenmannschaft geleitet und kannte bereits den gesamten Kader der 1. und 2. Herrenmannschaft. Unter seiner Leitung entwickelte sich eine homogene Mannschaft, die zum Abschluß der Saison ein positives Punkteverhältnis (32:28) erreichte und damit doch noch das angestrebte Saisonziel erreicht hat (7. Platz).

Folgende Mannschaft bestritt die Saison: Milek, Ladenthin, D. Schulze, Kottwitz, Wagner, Trimter, Raasch, Radtke, Bubolz, Chr. Schulze, Rohrlack, Stabenow, Przestacki, Zimmermann, Jesse, Steffensen, Siegert, Dehn, Handrick, M. Schulz, Gruczek, Chr. Bodin, Kusch.

Ein schwerer Verlust traf den Verein durch den tragischen Tod Rainer Iglisch kurz vor Weihnachten 1984, der gerade im Begriff war, sich durch vorbildliche Kameradschaft und Engagement als 2. Vorsitzender und Spielführer der 2. Herrenmannschaft nach kurzer Vereinszugehörigkeit zu etablieren.

Seit dem Jahr 1984 existiert ein Förderkreis unter Führung von Bernd Emshoff (später unter der von Alexander König für den Erwachsenen- und Detlef Milek für den Jugendbereich), dessen Ziel es war und ist, die finanzielle Grundlage des Vereins zu verbessern.

Die 2. Herrenmannschaft belegte den 5. Platz. Die 4. Herrenmannschaft mußte leider wieder abgemeldet werden.

Von der sportlichen Seite viel erfreulicher verlief das Jahr für unseren „Dritten Hieb“. Rechtzeitig zum 10 - jährigen Vereinsjubiläum bescherte uns die "Dritte“ doch noch einen Erfolg und sich selbst ihr wohl erfolgreichstes Jahr. So wurde Ostern das Turnier bei Teutonia Spandau gewonnen und zum krönenden Abschluss noch die Meisterschaft und der Aufstieg in die A-Klasse eingefahren.

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Der größte Teil der jetzigen Mannschaft ist seit 1978 dabei, einige seit 1975: Przestacki, Th. Schulz, C. Siebert, Gary (manche nennen ihn heute Franzel) Barwanietz, Jakobeit, Lorenz, Anstett, Bruch, Dunkel, Forchert, Goerke, Hausmann, Hein, B. Hohn, Kirpal, Stickel, Zimmermann und J. Siebert.

Auch die 10 - Jahresfeier mit gechartertem Flußdampfer war ein gelungenes und angemessenes Fest und bleibt vielen in guter Erinnerung.

Die wechselvollen nächsten Jahre und die Auswirkungen der Wende (1986 - 1992)
Unsere Torwartlegende Detlef Milek ist in seiner kurzen Liaison in der Saison 1982/83 unerhörterweise bei Phönix 56 aufgestiegen. Das mindeste, was man nach seiner reuigen Rückkehr verlangen konnte, war, dass er unser 1. Vorsitzender (früher bereits Geschäftsführer) wurde. Keiner wußte zu diesem Zeitpunkt, dass ein ähnliches Schicksal später auch einen Studenten der Farbpsychologie und seinerzeit juristisch interessierten Laien widerfahren sollte, der den Vorstandsvorsitz aus angeblichen Studienzwecken aufgab. Drum‘ merke, bei den Kickers wird jeder Veler sofort mit der Höchststrafe belangt: einen Job im Vorstand.

Die 1. Herrenmannschaft dümpelt in dieser Saison 1985/86 mehr recht als schlecht in der B - Klasse herum und die 2. Herrenmannschaft beklagt immer wieder ihren Aderlaß für die Erste, gerade dann, wenn man selbst auf dem Sprung in die Spitze steht. Dieses Problem wurde auch vom damaligen Chronisten und ehemaligen 1. Vorsitzenden Udo Hoffman mit der Frage umschrieben: „Die Zweite - Mischlingskind oder Bastard?“
Die Frage war seinerzeit noch aktuell, zumal einige sich zunächst zur Zweiten bekannten, im Falle eines Aushelfens in der Ersten aber dann doch meinten, zu höherem berufen zu sein. Wenn es dann nicht klappte, sah man sie nie wieder.

Dennoch war die Zweite der „klassische Zweite“, aber zumindest immer im Ganzen recht erfolgreich. Sie sollte durch den sich anbahnenden Generationensprung gegen Ende der achtziger Jahre und damit verbundenen Neuaufbau der Ersten, der Zweiten und einer Seniorenmannschaft noch einen Riesenschritt machen. Es bleibt abzuwarten, und das sei an dieser Stelle bereits erlaubt, darauf hinzuweisen, wie sich die Neuregelung ab der Saison 2000/01 auswirken wird, das zweite Mannschaften unabhängig von der Ersten um den Auf- und Abstieg, aber in deren Klassen, spielen und damit theoretisch ihre Ersten überholen (ohne einzuholen) können.

Die 3. Herrenmannschaft kämpft nach diversen Abgängen (trotz des vorjährigen Aufstiegs) ums Überleben, ein Prozeß, der sich in den folgenden Jahren leider fortsetzt. Es wurde außerdem eine neue 4. Herrenmannschaft aufgebaut, die aber noch mit Startschwierigkeiten zu kämpfen hat.

In der Saison 1986/87 spielt unsere B-Klassenmannschaft (da gab es mal so einen ganz häßlichen Ausdruck) nach mäßiger Hinrunde noch ganz ordentlich mit und erreicht den 4. Platz.

Die 2. Herrenmannschaft erreicht erfreulicherweise einen beachtlichen 3.Tabellenplatz mit einem Torverhältnis von immerhin 115:25 Toren. Auf dem berüchtigten ersten Platz auf dem Grüngürtel (damals anders, als es der Name vermuten lässt, ein roter Schotter) führt die Mannschaft bereits nach ca. 50 Minuten mit 5:0 und (fast) alle Spieler halten sich plötzlich vornehm mit dem Toreschiessen zurück. Bis der „unvermeidliche“ Elfmeter kommt. Unser Elfmeterschütze Michael Schulz tritt an und trifft. Alle sehen den Spielführer und „Statiker“ der Zweiten, Bernd Emshoff an. Der Jubel bricht aus, als dieser bedeutungsvoll nickt. „Es war das 6:0 und nicht die Meisterschaft, Ihr Deppen“ bricht es aus Emmi Schulz heraus. Richtig - und es war das 100. Tor und somit das 50 - Literfaß - zahlbar durch den Schützen.

Auch die 3. Herrenmannschaft wird 10-ter, allerdings ohne die oben angesprochenen Probleme des Vorjahres kaschieren zu können.

Die 4. Herrenmannschaft nahm in der laufenden Saison den Spielbetrieb auf, landete im Mittelfeld und fühlt sich vom Verein schlecht behandelt; leider konnten die Vertreter der damaligen 4. Herrenmannschaft nicht so klar artikulieren, was ihnen mißfiel.

In dieser Saison konnte zum ersten Mal eine 5. Herrenmannschaft gemeldet werden, die aber bereits in der laufenden Saison wegen anhaltender Schwierigkeiten mit der 3. Herrenmannschaft zusammengelegt wird.

Im Jahre 1987 konnte erstmalig eine Vereinszeitung herausgegeben werden. Haupinitiator war der Sportskamerad Mike D. Diebel (ugs.: „den Dübel“), ein anfangs ausgesprochener engagierter Zeitgenosse, der uns dann allerdings im Zorn, warum auch immer, verliess und uns später durch Abwerbung etc. mehr Schaden zugefügt hat. Positiv bleibt aber die bis heute erhaltene und bis 1999 von Manfred Dunkel hervorragend bearbeitete Vereinszeitung. Ende 1999 wurde die Vereinszeitung in „richtige professionelle Verlagshände“ gegeben. Um als außenstehender Leser den Unterschied auf den Punkt zu bringen:

„Die alte Vereinszeitung wirkt von der Aufmachung her wie ein oller Geschichtswälzer war aber stets inhaltlich frisch und aktuell,
die neue Vereinszeitung wirkt von der Aufmachung her wie eine Handybroschüre und ist dafür aber inhaltlich wie ein Geschichtswälzer (sofern überhaupt eine kommt).“

Aber wieder zurück zum „chronischen“. Am 18. Mai 1987 folgt das, was bereits von den Chronisten „vorausgesagt“ wurde: Rückkehrer Jürgen Pufahl (inzwischen doch eher zum Juristen als Farbpsychologen gereift, was viele aufgrund seiner revolutionären Farbänderungsvorstellungen zu den bisherigen orange-blauen Vereinsfarben verwundert, wie z.B. sein Vorschlag: rotes Spakiwappen auf rotem Grund) muß bis zum heutigen Tage (und noch viele Tage weiter) das Amt des 1. Vorsitzenden übernehmen. Seine bescheidene Devise lautete: „Spandau nun freue Dich“. Dieser Spruch soll später von einem führenden Kommunalpolitiker unseres kleinen östlichen Nachbarortes anläßlich der Wende umformuliert worden sein. Der Dank gilt aber zunächst Detlef Milek, der viele Jahre die schwierigsten Jobs im Verein wie die den des Geschäftsführers und des 1. Vorsitzendens inne hatte, ach ja, und ab und zu hält er mal einen.

Es folgt die Saison 1987/88, in der die 1. Herrenmannschaft in Kreisliga B den 7. Platz erreicht und erstmalig das Otto Brandenburg Turnier gewinnen konnte.

Ende des Jahres ist auch nach vierjährigem Wirken der Trainer der 1. Herrenmannschaft, Jürgen Hebermehl, ausgeschieden. Für diese Tätigkeit und seine vorherige Tätigkeit als Trainer der Zweiten und spätere über sechsjährige Tätigkeit als Trainer der Senioren (Sommer 1988 bis Herbst 1994) gebührt ihm besonderer Dank. Sein Nachfolger Volker Schumann, in der Asbestsanierung sicher gewiefter als in der Sanierung gefestigter Mannschaftsstrukturen und nebenher ein Freund des Golfsports, der im übrigen damals mangels Umland noch nicht allzu verbreitet war, verliess unter anderem auch nach einer heftigen Auseinandersetzung mit unserem Gründungsmitglied St. Bodin am letzten Spieltag wieder den Verein. Es wird behauptet, es ist aber nicht bestätigt worden, dass sich die beiden dabei mit Waffen freier Wahl duelliert haben sollen (Bodin mit Schirm und Schumann mit Eisen 5).

Die 2. Herrenmannschaft wird, wie gehabt, „Vizemeister“ mit mäßigen 98:46 Toren (noch nicht einmal 100 Tore!). Die 3. Herrenmannschaft und die 4. Herrenmannschaft belegen jeweils den 10. Platz; die letztgenannte Mannschaft hat inzwischen ihre Unstimmigkeiten mit dem Verein dank einer Intervention des Vorstandes beheben können.
Die Saison 1988/89 hatte neben den Wendevorwirren erst einmal einen neuen Trainer bzw. sogar ein Trainergespann parat. Trainer (meist Spielertrainer) wurde Detlef Schwarz und Co-Trainer Vladimir Engelbrecht, denen sich noch der Betreuer Wolf - Dieter Erche - Opitz hinzugesellte. Unvergessen neben dem Torinstinkt von Detlef bleibt sein legendäres „Schuhwarmlaufenlassen“ durch Rainer Trimter, nachdem er seine vergessen hatte (weil er eigentlich als Trainer nicht spielen wollte, aber es, wie so oft, mal wieder selber richten musste). Ersatzspieler Trimter schlich auf sehr sehr leisen Sohlen in die Kabine. Unvergessen, wenngleich äußerst unschön, bleibt auch die erste „Cheerleader-one-man-show mit einer Linienrichterflagge“ von Erche Opitz. Die 1. Herrenmannschaft belegte trotz höherer Erwartungen wieder nur einen enttäuschenden 7. Tabellenplatz.

Auch die 2. Herrenmannschaft erreicht wieder „nur“ den 3. Platz mit wiederum unter 100 Toren (93:41 Toren). Die 3. Herrenmannschaft erreicht nach erheblicher Steigerung gegenüber den letzten Jahren durch eine famose Rückrunde den 7. Platz. Die 4. Herrenmannschaft wird zwar auf sportlichem Wege auch Vierter; es blieb uns aber nach Abschluß der Saison leider keine andere Möglichkeit, als sie wegen Diziplinlosigkeit auf dem Sportplatz für die neue Saison nicht mehr zu melden.

Zum zweiten Mal in unserer Vereinsgeschichte wird eine 1. Seniorenmannschaft den Spielbetrieb in der 2. Liga aufnehmen. Zu dieser Mannschaft gehören viele ehemalige Spieler der ersten, zweiten und 3. Herrenmannschaft (und zu der von Jahr zu Jahr mehr Verstärkungen hinzustossen). Man scheitert erst in den wichtigen „Endspielen“ (die Truppen, die gelegentlich den Ball als solches erkennen) am immer möglichen Aufstieg und erreicht den 3. Platz.

Die Saison 1989/90, also im Jahr der Wende, der Öffnung des gesamten Havellandes mit den für viele von uns noch ungeahnten Möglichkeiten - und kaum erträumten Erfolgen sowie rechtzeitig zum 15 - jährigen Vereinsjubiläum im Jahre 1990. Es gab zwei Gewinner in Berlin:

Hertha BSC steigt in die 1. Bundesliga auf und die FSV Spandauer Kickers erreichen mit der

1. Herrenmannschaft Meisterschaft und Aufstieg in die A-Klasse !!!, der
2. Herrenmannschaft Vizemeisterschaft (wie fast jedes Jahr) und der
1. Seniorenmannschaft Meisterschaft und Aufstieg in die 1. Liga !!!

In den Kabinen und unter den Duschen soll gutes altes Deutsches und Internationales Liedgut angestimmt worden sein (z.B. „Nie meeehr, .....“; „We are the champignon,.....no time for loser“).
Es gebietet sich aber, trotz dieser geschlossenen Mannschaftsleistungen und diesen erfreulichen Ereignissen nach jahrelanger Tristesse im Verein, einen Spieler für seine herausragenden qualitativen Einzelleistungen nach 15 Vereinsjahren als Spieler zu würdigen und beweist, es gibt auch Qualität trotz hoher Quantität:

Dr. Matthias Wagner bestreitet in dieser Saison sein 400. Pflichtspiel für die Erste Mannschaft!

Es soll im Jahr 2000 gerade mal zwei 300.er und vier 200.er geben, die alle nicht mehr im Verein sind oder bei den Alten spielen; von dieser Zahl sind alle weiteren in weiter Ferne (s. hinten Ranglisten), so dass diese Leistung wohl auch auf Jahre unerreicht bleibt. Daneben sei vermerkt, dass sich „Doc“ selbstredend auch in den vorderen Plätzen in den 100.er Klubs der 1. Senioren und 11' er Altliga befindet. Er wird im Herbst 1990 auch noch 2. Vorsitzender.

Die 3. Herrenmannschaft kann sich nach aussichtsloser Hinrunde mit unglaublichen Endspurt in der Rückrunde und dank der Hilfe alter Kumpels aus der früheren Ersten und Dritten, die nebenbei noch Meister mit der Senioren wurden, gerade noch vom Abstieg retten.

Ergänzend zu den obigen Schlagzeilen ist nur zu erwähnen, dass der höchste Punktspielsieg in der Geschichte des Vereins mit 20:0 gegen Süden 09 (durch die Senioren) eingefahren wurde (Anm.: der Verfasser besteht auf die Nennung der Torschützen zum Mitschreiben: Schwarz: 10, Lorenz: 6, Emshoff: 4).

Die Grenzen waren offen und insbesondere die Seniorenmannschaft (Reisekader des Vereins) bestritt die ersten Freundschaftspiele/Hallenturniere gegen die (noch) DDR-Vereine. In ewiger Erinnerung bleiben die Begegnungen in der Halle bei BSG Traktor Friesack mit Bier und guten Essen vor dem Turnier - sponsored by LPG of GDR - und Fahrten zum Spiel mit dem Ikarus von Spandau nach Friesack (Ergebnisse entsprechen nicht dem olympischen Gedanken und werden daher nicht erwähnt).

Ebenso herzlich aufgenommen wurden wir beim Hallenturnier in Ost-Berlin von der BSG Konsum. Mit einer stärker besetzten Mannschaft erreichten wir in dem hervorragend gestalteten und mit guten Mannschaften besetzten Turnier (u.a. spielte dort auch der ehemalige DDR-Auswahlspieler Frank Terletzki mit) einen beachtlichen 3. Platz hinter der Terletzki-Truppe und einer Schweriner Elf. Ein Turnier bei Blau-Weiß Wachow haben wir sogar gewonnen.

Rechtzeitig zum Jubiläum gab es auch in Form und Farbe völlig neu gestaltete günstige Vereinswimpel und Aufkleber!

Zum ersten Mal seit Bestehen des Vereins konnte eine Jungligamannschaft gemeldet werden.

Die Spandauer Kickers sind an zwei Sonntagen in der Altstadt beim traditionellem Spandauer Weihnachtsmarkt 1989 mit einem eigenen Stand zu Gunsten der Jugendabteilung vertreten.

Zum Start der Saison 90/91 findet erst einmal ein Highlight in der 15-jährigen Vereinsgeschichte statt. Die 1. Herrenmannschaft spielt vor 1500 Zuschauern gegen den Erstligisten Hertha BSC.

Hertha BSC spielte mit folgendem Aufgebot:
Walter Junghans, Reinhard Mager, Dirk Greiser, Jan- Halvor Halvorsen, Robert Holzer, Michael Jakobs, Thorsten Gowitzke, Theo Gries, Frank Mischke, Wolfgang Patzke, Uwe Rahn, Norbert Schlegel, Marco Zernicke, Mark Farrington, Fred Klaus, Axel Kruse, Sven Kretschmer und Rene Unglaube.
Trainer: Werner Fuchs (inzwischen unerwartet verstorben als Trainer von Alemannia Aachen)

Der FSV Spandauer Kickers spielte mit folgendem Aufgebot:
Thomas Mücke, Andre Wall, Udo Peterson,Rainer Trimter, Hartmut Krumhaar, Albert Schulze,
Dr. Matthias Wagner, Christian Wittig, Christian Voß,, Andreas Tautz, Bernd Bubolz, Frank Riedel, Thorsten Kusch, Peter Przestacki, Dietmar Schulze, Henrik Müllner, Andreas Nicol und Spielertrainer: Detlef Schwarz.

Es endete mit einer geringstmöglichen zweistelligen Niederlage.

Die Saison war dann für die 1. Herrenmannschaft aufgrund unzähliger Ausfälle von wichtigen Leistungsträgern durchwachsen und endete mit einem 12. Platz. Die 2. Herrenmannschaft erreicht, na bitte raten, natürlich den 2. Platz. Den Aderlass kompensiert sie mit der Aufnahme einiger Jungligaspieler, da diese sich wieder aufgelöst hat. Die 3. Herrenmannschaft kann nur mit Ach und Krach die Klasse halten. Es verlassen zwei Drittel der Mannschaft den Verein. Mit einer fast kompletten Übernahme einer 3. Herrenmannschaft von Blau-Weiss Spandau (nicht nur Vodaphone auch Kickers kann das) und dem Rest der ehemaligen Jungliga soll eine neue schlagkräftige Truppe aufgebaut werden.

Nachdem alle Mannschaften sich auf den Lorbeeren des Vorjahres sonnten und von weiteren Bundesligaspielen träumen und dabei sanft in dieser Saison auf den Boden der Tatsachen zurück geholt wurden, haben die alten Ehrgeizlinge aus der 1. Seniorenmannschaft nicht genug.

Die 1988' er Startformation der ehemaligen Spieler aus der Ersten (St. Bodin, Chr. Bodin, Emshoff, Pufahl - leider fast ein Jahr verletzt), der Zweiten (Ladenthin) und der Dritten (F/G Barwanietz, Dunkel, Lorenz, Zimmermann) sowie der neuen Talente wie Ronald Bünte, Gerhard Schmidt-Burda, ein dritter Stefanableger namens Uwe etc., ist im letzten Jahr erheblich verstärkt worden (Bubolz, Milek, Steffensen, Wagner und Pufahl wieder fit). Ergebnis: 3. Platz und Aufstieg in die Landesliga bereits im Sommer 1991.

Die 1. Seniorenmannschaft nimmt als erste Mannschaft des Vereins („weicher Rasen für alte Beine“) auf der Sportanlage des ehemaligen „DDR-Clubs Quarzglas Staaken“ (später BSV Staaken und nach Scheitern unserer Fusionsbemühungen gar ganz aufgelöst) den Spielbetrieb im neuen „Spandauer West-Staaken“ auf und spielt endlich auf Rasen.

An vier Samstagen werden die Spandauer Kickers beim Spandauer Weihnachtsmarkt 1990 erstmalig auch eine warme Küche anbieten (vor C & A), Spezialität: Verdünnte lauwarme Suppe a‘ la Büfaal.

Es brummt bei den Kickers. Nach kurzer Verschnaufpause steigt die 1. Herrenmannschaft erneut in der Saison 91/92 mit einem 4. Platz auf und spielt erstmalig in der Landesliga. Geliebäugelt hatten viele damit, geträumt einige, geglaubt wenige. Es gehörte auch die gehörige Portion Glück dazu, aber die braucht man eben. Man muß die weitere Lage abwarten, da in dieser Saison erstmals ein gemeinsamer Spielbetrieb der vereinten Stadt durchgeführt wurde. Dadurch entstanden viele Verwerfungen, neue Klasseneinteilungen. Im Ergebnis stellte sich schnell heraus, dass sich die östlichen Mannschaften zu hoch eingeschätzt hatten. In diesem Sog sind sicherlich, ohne die Leistungen schmälern zu wollen, die jeweiligen Aufstiege der 1. Herrenmannschaft und der 1. Seniorenmannschaft mit zu erklären.

Die interne Aufstiegsfeier, die dankenswerterweise von der Familie Rosi und Hans Wittig ausgerichtet wurde und die zweite offizielle Aufstiegsfeier vom Verein, rundeten die Saison 1991/92 ab.

Achtung eine interessante Neuigkeit: Die 2. Herrenmannschaft wird Vizemeister; aber Ironie beiseite.

Alle Mannschaften jammern, dass sie nicht ihre besten Truppen zusammen haben als Entschuldigung für Niederlagen usw. Diese Mannschaft spielt seit Vereinsgeschehen mit ständig wechselnden Aufgeboten wie in kaum einer anderen Mannschaft (ich habe fünf Jahre die Statistik als Spielführer die Mannschaft geführt), ist abhängig von der Klasse, in der die Erste spielt (Auf- und Abstieg in Abhängigkeit zur Ersten bis Saison 1999/00) und muß ständig für sie aushelfen und selbst zusehen, wie und wo man auf die schnelle Ersatz findet. Wer im Verein im Herrenbereich aus den unteren Mannschaften und dem Altenbereich hat dort noch nicht ausgeholfen. Die Mannschaft spielt an manchen Tagen noch nicht einmal mit 11 Spielern, murrt nicht, jeder taucht am nächsten Sonntag wieder auf, wenn er nicht abberufen wird - und die Mannschaft erreicht konstant diese super Tabellenplätze - und alle lästern auch noch.
Wie viele 3. und 4. Herrenmannschaften hätten bei einer vergleichbaren Situation bereits den Verein verlassen, wie die Vergangenheit gezeigt hat. Die Altligamannschaften können sich an ständige Veränderungen ohnehin nicht gewöhnen und kommen daher zu jedem Spiel, damit es solchen Streß erst gar nicht gibt. Daher stellvertetend für alle Recken der Zweiten, die bis dahin gekämpft haben, der Dank an die „Unermüdlichen“ wie Helmut Seitz, Dietmar Schulze und Günter Hagedorn und viele, viele andere. Der Chroniker weiss, wenn er schreibt, wovon er schreibt:

„Alles hat ein Ende und auch der Platz 2"
Die 3. Herrenmannschaft baut weiter um oder ist mal wieder knapp dem Abstieg entronnen.

Die 1. Seniorenmannschaft erreicht einen hervorragenden 3. Platz in einem Herzschlagfinale mit dem Namensvetter Kickers 1900 und ist damit berechtig, an der Relegation zur Landesliga teilzunehmen. Sie blieb zwar ungeschlagen, aber ist trotzdem gescheitert. Aber als Aufsteiger war auch diese Saison wieder ein Riesenerfolg.

Am 08.11.1991 wird Jürgen Pufahl die Ehrennadel in Bronze vom BFV für seine über zehnjährige Vorstandstätigkeit und seine Verdienste um den Berliner Fußballsport verliehen. Eine außergewöhnliche und gerade in der heutigen Zeit alles andere als übliche Auszeichnung, die auch von allen Vereinsmitgliedern Hochachtung und Anerkennung verdient.

Die Spandauer Kickers sind auch im Jahr 1991 in der Altstadt beim traditionellem Spandauer Weihnachtsmarkt mit einem eigenen Stand vertreten.

Die Saison 92/93 beginnt dem „Frauenpower“ bei den Spandauer Kickers.

Auf Vorschlag von Alex König, dem auffiel, dass sich einige Spielerfrauen der 1. Mannschaft mit viel Enthusiasmus in den Halbzeitpausen mit dem Ball vergnügten, wurde auf deren Abschlussfeier (Juni 1992) die Gründung einer Damenmannschaft beschlossen. Über die richtige Trainerbesetzung musste nicht lange diskutiert werden; Günter „Günzi“ Hagedorn war der richtige Mann dafür. Ohne lange zu fackeln, wurde dieser Beschluss schon im August 1992 durch ein Gründungstreffen mit interessierten Frauen im damaligen Vereinslokal „Am Windmühlenberg“ in die Tat umgesetzt.

Auf Grund der hohen Anfängerzahl (Günter Hagedorn leistete viel Entwicklungshilfe, so erklärte er unter anderem einer Spielerin, dass Gymnastikschuhe weniger für den Fußball geeignet sind) wurde beschlossen, das 1. Jahr nur zu trainieren, um dann gestärkt und nicht ganz so stümperhaft ein Jahr später in den Spielbetrieb einzusteigen.

Anfangs fand das Training bei viel Glück auf dem beliebten 3. Platz am Grüngürtel (Schotter) statt, ansonsten blieb nur der Rasenstreifen am Rande der Anlage. Trotzdem gelang es durch Mundpropaganda und Anzeigen die Mannschaft auf immerhin 22 Spielerinnen zu erhöhen. Von dieser Anzahl beeindruckt, wurde dann endlich ein fester Trainingsplatz in Haselhorst (Daumstraße) zugewiesen. Trotz großer Probleme, die auch dieser Platz mit sich brachte (Sperrung durch Vereisung fast den gesamten Winter hindurch), gelang es doch, eine recht passable Mannschaft zusammenzustellen.

Alle sehnten den Spielbetrieb herbei und im ersten Vorbereitungsspiel wurde ein durchaus respektables 11:1 Ergebnis gegen den BSC Reinickendorf geschafft. Von nun an ging es fast stetig bergauf. Die gute Kameradschaft, gemütliches Zusammensein, Reisefreudigkeit und eine erstaunliche Trinkfestigkeit zeichnete diese Mannschaft von Anfang an aus.

Aber zum Ende der Saison ließ wieder ein anderes Ereignis den Verein erschüttern. Die 1. Herrenmannschaft steigt nach nur einjähriger Zugehörigkeit wieder in die Bezirksliga ab.

Es konnte auch nicht mehr lange gut gehen. Unsere „Zweite“ hat es nicht geschafft, Zweiter zu werden - nein, sie wird erstmalig Staffelsieger, quatsch Meister ! Gratulation! Endlich neben fast jahrzehntelanger Topleistungen das Sahnehäubchen. Obwohl in den Relegationsspielen der Traum vom Gewinn der Berliner Meisterschaft schnell ausgeträumt ist, super.

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Die 3. Herrenmannschaft fängt sich über den Weg der guten Kameradschaft an auch auf sportlichem Wege zu erholen.

Die 1. Seniorenmannschaft wird ebenfalls Meister und steigt als erste Mannschaft im Verein in die Verbandsliga auf und das mit ihrem kleinen Kader und ihrem leistingsorientierten Trainer.

Legendär der Ausspruch des Seniorentrainers J. Hebermehl zur Saisonvorbereitung, bei dem Barwanietz, Steffensen, St. Bodin und Ladenthin seiner Meinung noch nicht ganz so fit waren. Er las den ca. 15 'er Kader vor, die vier wurden unter den ersten Elf nicht genannt und dann kam es: „Diese Elf ist meine Stammmannschaft, die anderen dürfen aber weiter mit trainieren.“ Die beiden Letztgenannten schieden daraufhin als aktive Mitglieder aus.

1992 sind wir wieder mit einem eigenen Stand auf dem Spandauer Weihnachtsmarkt vertreten.

Die Saison 93/94 spült nach kurzem, aber katastrophalem Start zunächst unseren Trainer und Spieler der Zweiten (Meister), Sven Gehrmann zum Trainer der 1. Herrenmannschaft, nachdem man sich einvernehmlich von Detlef Schwarz getrennt hat. Dadurch verließ uns auch sein Spezi und unser Spielmacher Dieter Frindt den Verein. Die Mannschaft scheint sich etwas zu fangen und der Sturz in die A-Klasse kann gerade noch nach einer verkorksten Saison vermieden werden.

Die 2. Herrenmannschaft scheint eine neue Ära einzuläuten und wird wieder Meister in der Staffel, scheitert aber erneut recht früh in der Relegation um die Berliner Meisterschaft. Die 3. Herrenmannschaft rettet sich vom Abstieg dank Trainer Bernd Vorrath und dank der Tatsache, dass durch die Rückmeldung die Absteiger bereits feststehen.

Die 1. Seniorenmannschaft wird nach anfänglichem Traumstart den Traum von der Meisterschaft schnell austräumen und erreicht einen schwer erkämften und beachtlichen 5. Platz.

„Mir san mir“; ein weiteres Kickerswunder. Wie einst die „Erste“: Antritt Bezirksliga, Platz 3 und Aufstieg in die Landesliga ! Ein Riesenerfolg für die Damenmannschaft und ihres Trainers Günter Hagedorn, von dem behauptet wird, dass er seine Mädels mehr scheucht als er selber je gelaufen ist.

Auch 1993 sind wir wieder mit einem eigenen Stand auf dem Spandauer Weihnachtsmarkt vertreten.

Bedauerlich ist, dass unser langjähriger Sponsor, die Fa. LUNOS, die bereits nach dem Abstieg aus der Landesliga ihr Engagement herunter geschraubt hat, nunmehr völlig ausgestiegen ist.

In der Saison 1994/95 scheint sich immer mehr zu verdichten, dass der Sportplatz West-Staaken unser Domizil werden soll. Er wird mit einem zusätzlichen Kunstrasenplatz mit Flutlicht und später noch mit neuen Kabinen ausgestattet. Ein weiterer Schnitt im Vereinsleben war daher auch der Umzug vieler Mannschaften auf diese Sportanlage. Die Senioren als Platz- und Duschentester sowieso, dann allmählich auch die Jugend nach anfänglichen Schwierigkeiten und mit einigen Verlusten (Anfahrtweg und Entfernung zum bisherigen Umfeld und Einzugsgebiet) fühlen sich dort immer wohler. Ein toll saniertes und fast immer leeres Schwimmbad ist auch gleich daneben.

Die 1. Herrenmannschaft, die inzwischen von Uwe Mehrens trainiert wird, mußte sehr unglücklich lediglich durch das schlechtere Torverhältnis in die A-Klasse absteigen.

Die 2. Herrenmannschaft hat dagegen erneut und nunmehr schon zum dritten Mal in Folge die Staffelmeisterschaft erreicht. Vielen Dank an den langjährigen Spieler der Zweiten und inzwischen erfahrenen Co-Trainer der Ersten und Trainer der Zweiten, Michael Schulz, der uns leider zum Saisonende verläßt, um die Herausforderung als Trainer einer 1. Herrenmannschaft anzunehmen.

Die 3. Herrenmannschaft rettet sich erneut vor dem Abstieg, weil durch Rückmeldung die Absteiger bereits feststehen.

Leider konnte die 1. Seniorenmannschaft den Abstieg aus der Verbandsliga nicht verhindern. Es wurde danach ein Schnitt gemacht und eine neue Mannschaft aus jüngeren Spielern und der fast komplett hinzugestoßenen Mannschaft des Johannisstifts gebildet (mit nicht ganz unbekannten Namen wie Mario Brandt, Klaus Stefan etc.). Die alten Absteiger mußten für die neue Saison eine Altliga-Mannschaft gründen und dürfen nur noch dort spielen.

Die Damenmannschaft konnte erneut als Zweitplazierte den Aufstieg in die Verbandsliga feiern. Ein Riesenerfolg und damit die einzigste Mannschaft in der Verbandsliga !!!

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1994 werden die Spandauer Kickers wieder mit einem eigenen Stand auf dem Spandauer Weihnachtsmarkt vertreten sein. Erstmalig wird er durch ein Team betreut, dass ab 1994 den Stand „semiprofessionell, d.h. höchstmöglicher Gewinn für den Verein“ organisieren wird (Barwanietz, Dunkel, Emshoff und Demenus). Man munkelt, dass es bei der Rekrutierung dieses Teams ebenfalls nicht mit rechten Dingen zugegangen sein soll. Dieses Team darf dann auch gleich achtmal „ran“ (Samstag und Sonntag), um die bisher im Glühwein versunkenen Gewinnträume zu realisieren.

Nachdem wegen „Gasalarms“ leider die Topadresse des ersten Tages (Charlottenstraße) 1994 wieder verlassen werden musste und wir in die „Vereinsstraße“ (Armenstraße oder Mönchstraße) abgeschoben wurden, wo man selbst bei einer Million Besucher einsam ist, gingen die Umsätze gegenüber dem ersten Samstag zurück (immerhin gab es jetzt Zahlen, früher nur verklebte Kisten).

Das Jubiläum zum 20 - jähringen Bestehen des Vereins ist sehr, sehr geräuschlos ausgefallen. Es fand allerdeing ein großes Fußballturnier am 17. und 18.06.1995 der Jugendabteilung mit allen Jugendmannschaften statt.

Im November 1995 erhalten Alexander König und Dr. Matthias Wagner die BFV Ehrennadel in Bronze für ihren langjährigen Vorstandstätigkeiten und ihre Verdienste um den Berliner Fußballsport verliehen. Hervorzuheben ist an dieser Stelle einmal mehr als die Ehrung unseres Aktiven „Docs“ die Leistung von Alexander König. Er ist als guter Verteidiger der A-Klasse der 80' iger früh durch einen schweren Hüftverschleiß quasi Sportinvalide geworden. Eigentlich wirkt er im Gegensatz zu manchen heutigen Aktiven, die meinen, noch gut spielen zu können, gar nicht so hüftsteif. Er hat sich nicht zurückgezogen, sondern seitdem seine ganze Kraft in die Kernerarbeit des Vereins geworfen (alle nennen ihn Kassierer, aber keiner weiß, was das bedeutet). Daher kommt diese Ehrung für unsere graue Eminenz nicht von ungefähr. Die erste richtige Heimstätte West-Staaken und das Y2K (die Jahre 1995 - 2000)
In der Saison 1995/96 wurde trotz hoher Erwartungen der anfangs fast sicher geglaubte Aufstieg der 1. Herrenmannschaft durch unnötige Niederlagen in der Rückrunde verspielt.

Die 2. Herrenmannschaft scheiterte nach großartiger Leistung erst im Pokalhalbfinale und wurde wiederum Staffelmeister.

Es kam, was leider lange vorausgesehen wurde und vielleicht einen gesunden Neubeginn darstellt: die 3. Herrenmannschaft steigt ab.

Die neu formierte 1. Seniorenmannschaft hat nach einmaligem Anlauf sofort den Wiederaufstieg in die Verbandsliga geschafft. Als weiteren Höhepunkt kann die Mannschaft das Erreichen des Pokal-Halbfinales verzeichnen, wo sie unglücklich scheiterte. Diese Mannschaft läßt auf vielversprechende Erfolge hoffen.

Auch die neu gegründete Altliga konnte bereits im ersten Jahr den Aufstieg in die Verbandsliga feiern.

FOTOS (Senioren/Altliga)

Das gleiche Schicksal wie der 3. Herrenmannschaft ereilte die Damenmannschaft. Auch sie mußte wieder in die Landesliga absteigen. Aber im Gegensatz zur Dritten bedeutet dies weder einen Abbruch in Punkto Kameradschaft noch in Punkto Ehrgeiz um den Wiederaufstieg.

Der Weihnachtsmarktstand erfreut sich auch der Gasse der Verdammten zunehmender Beliebtheit; auch eine Folge der Kameradschaft innerhalb der Mannschaften, die als Großkunden die vielen Standhelfer auf Trab halten und für guten Umsatz sorgen (Rackwitz und später Zimmermann ersetzen Demenus im Team).

In diese Weihnachtszeit hinein gelingt unserem juristischen Vorsitzenden ein für die Fachwelt kaum für möglich gehaltener Coup. Durch eine von ihm erwirkte Satzungsänderung gibt es jetzt einen 2. Jugendleiter; dieser wird eine Frau - Martina Hecht - sozusagen als „Hechtin im Kickersteich“.

Im Herbst wird Detlef Milek die BFV Ehrennadel in Bronze für seine langjährige Vorstandstätigkeit und seine Verdienste um den Berliner Fußballsport verliehen. Jürgen Pufahl und Dr. Matthias Wagner erhalten als erste Spieler des FSV Spandauer Kickers die GOLDENE EHRENNADEL.

In der Saison 1996/97 wurde der Umzug aller Mannschaften auf die Sportanlage nach West-Staaken endgültig vollzogen. Damit wird ein neues Kapitel in der Vereinsgeschichte des FSV Spandauer Kickers geschrieben.

Es wird eine stark verjüngte und von einem alten Bekannten (George Charlesworth) trainierte 1. Herrenmannschaft ins Rennen geschickt, die einen achtbaren Platz im Mittelfeld erreicht.

Die 2. Herrenmannschaft erreicht nach vielen Meisterschaften einen zweiten Platz. Den neutralen Leser kommt der Verdacht auf, ob die vielleicht nur Schach und nicht Fußball spielen, da nur erste und zweite Plätze vermeldet werden. Die 3. Herrenmannschaft schlägt sich achtbar und festigt die Kameradschaft.

Die 1. Seniorenmannschaft wird als Aufsteiger Zweiter und nimmt an den Qualifikationsspielen um die Berliner Meisterschaft teil. Sie scheitert nur knapp im Halbfinale an den Topfavoriten Reinickendorfer Füchse mit 0:1.

Die Altliga wird in ihrer Staffel als Aufsteiger Vierter und darf im Winter am Einladungsturnier vom BSC Rehberge der „Best of eight Berliner Oldies“ teilnehmen. Das Turnier macht vom Rahmen viel Spaß, man lernt sehr viel fußballerisches hinzu und wird auch noch geschult im Kauf eines richtigen Hallenschuhes.

Die Damenmannschaft erreicht einen guten 7. Platz und sichert sich den Verbleib in der Landesliga.

Der Weihnachtsmarktstand 1996 hat bei knapperen Kassen trotz guter Organisation weniger Umsatz wie in den Vorjahren.

In der Saison 1997/98 steigt die 1. Herrenmannschaft mit ihrem Trainer George Charlesworth und Betreuer Bernd Vorrath wieder in Bezirksliga auf.

Die 2. Herrenmannschaft wird auch wieder Staffelmeister und scheitert erneut gegen Stern 1900 in der Meisterrunde. Die 3. Herrenmannschaft ist dem erneuten Abstieg knapp entronnen, blickt aber wieder hoffnungsvoll in die Zukunft.

Eine neue 4. Herrenmannschaft ist erstmalig wieder „errichtet“ worden, die gleich im ersten Jahr den größten Erfolg aller Vierten seit Vereinsbestehen feiert und im ersten Jahr in die Verbandsliga aufsteigt. Herzlichen Glückwunsch an die junge Mannschaft und an seinen Trainer und Manager Klaus-Peter Hentschel und den Betreuer Peter Kluge.

Die Damenmannschaft erreicht wieder einen 7. Platz in der Landesliga.

Die 1. Seniorenmannschaft erreicht den 4. Platz und das Pokalendspiel, dass sie erneut gegen die Füchse verliert. Die Altliga gelangt glanzlos in die oberen Ränge. Eine neu gegründete Altligareserve oder „Querrübertruppe“ wird als 7' er Altliga-Mannschaft gemeldet und spielt und lernt und meckert.

Die Geschäftsführung übernimmt für Detlef Milek (1.) und Heiko Lorenz (2.) ab November 1997 Günter Hagedorn (1.) und Eva Heiden (2.). Vielen Dank an die beiden ausgeschiedenen für die jahrelangen Dienste. Sie sind, wie man liest, aber auf vielen anderen Ebenen im Verein tätig.

Der Weihnachtsmarktstand ist schön und wirbt für den Verein, bringt aber keine dringend benötigte „Kohle“. Die sitzt zu fest in der Hand der Kunden.

In der Saison 1998/99 steigt die 1. Herrenmannschaft erneut in die Landesliga auf.

Die 2. Herrenmannschaft wird wieder Staffelmeister und scheitert in der Qualifikation um die Berliner Meiterschaft am SC Staaken.

Die 3. Herrenmannschaft steigt im Sog der Umgestaltungen als Achter in die Bezirksliga auf. Erfolge satt bei den Kickers !!! Die 4. Herrenmannschaft sichert sich einen Platz im Mittelfeld.

Die 1. Seniorenmannschaft wird wieder Staffelsieger und scheitert gegen BAK im Halbfinale erst im Elfmeterschießen nach einem großartigem Spiel.

Die Altliga erreicht nach fulminanter Rückrunde unter Psychocoach Dr. Rainer Steffensen den Klassenerhalt. Die 7' er Altliga etabliert sich als feste Größe im Verein.

Die Damenmannschaft erreicht mit dem 4. Platz den Aufstieg in die Verbandsliga.

Eine neue knallharte und agressive Marketingstrategie, d.h. weg mit dem sentimentalen Vereinsschnickschnack, sorgt am traditionellen Weihnachtsmarktstand der Spandauer Kickers nach dem neuen Motto: „schnell und billig viel Glühwein für König‘s Kassen“ dafür, dass die Mönchstraße für uns zur monopolistischen Badstraße wird. Supergewinn, die Konkurrenz staunt, weil zeitweise die Straße wegen uns fast abgesperrt werden muß. Joschka Fischer hat sich gewandelt, warum nicht auch die Spandauer Kickers.....

In der Saison 1999/2000 wird die 1. Herrenmannschaft, die nach der Hinrunde Vierter, zwischenzeitlich sogar Tabellenführer war, in der Rückrunde durchgereicht und landet auf einen in diesem Licht enttäuschenden 10. Platz.

Die 2. Herrenmannschaft hat zwar nicht mehr die Topplätze aufgrund einer enormen Umstrukturierung (Bildung einer 2. Seniorenmannschaft), sie kann sich aber für die C-Klasse als aufstiegsberechtigte „Erste“ qualifizieren (sonst wäre sie in der neugeschaffenen D-Klasse gelandet).

Die 3. Herrenmannschaft stabilisiert ihre Leistung und die 4. Herrenmannschaft muß leider wieder abgemeldet werden.

Die 1. Seniorenmannschaft scheitert im Pokalviertelfinale gegen Schöneberg und verliert als erneuter Staffelsieger im Finale gegen die Reinickendorfer Füchse mit 5:6. Die neu gegründete 2. Seniorenmannschaft schafft im ersten Jahr, wie ihre berühmten Kickersahnen und -ahninnen, den sofortigen Aufstieg in die Bezirksliga.

Die Altliga schafft einen respektablen 6. Platz und steigert sich erheblich gegenüber dem Vorjahr. Die 7'er Altliga ist wie immer aktiv bei der Sache.

Die Damenmannschaft erreicht einen mehr als achtbaren 5. Platz in der Verbandsliga.

Am 26. November 1999 ist eine Ära zu Ende; Alexander König zieht sich in den „Ruhestand“ zurück. Die bisherigen Tätigkeiten, aber auch seine künftigen ohne das bisher ausgeübte hohe Amt, waren und sind für den Verein von unschätzbaren Wert. Sein nicht beneidenswerter Nachfolger heißt Maik Schumann, den man nur alles Gute in seinem neuen Amt wünschen kann

An unserem traditionellen Weihnachtsmarktstand beim Spandauer Weihnachtsmarkt wird durch das im Vorjahr eingeführte neue Konzept sowie ein neu angeschafftes Spülsystem eine neue Ära der Superlative (Zahlen dürfen nicht genannt werden) eingeläutet.

In der Saison 2000/2001 tritt neben allen weiterhin hoffnungsfrohen Truppen noch eine 2. Damenmannschaft hinzu, in der sowohl junge, neue Spielerinnen für die 1. Damenmannschaft aufgebaut werden sollen, in der aber auch die älteren Spielerinnen noch einen ruhigen Ball treten können.

Die JugendabteilungAufstieg und Untergang einer Jugendabteilung in den ersten Jahren
Zu einer Vereinsgründung gehört nach den Statuten des BFV eine Jugendabteilung. Deshalb bemühten wir uns von Beginn an um Jugendliche allen Alters, bevorzugt jedoch um Spieler für die E-, D- und C-Jugend.

Da die Hauptverantwortlichen der damaligen Zeit nebenbei in Kindergärten als Schularbeitshelfer arbeiteten, waren diese ein dankbares Betätigungsfeld, das uns, in Zusammenhang mit ausgiebigen Werbeaktionen, vor allem im Bereich Heerstraße/Nord, bald eine stattliche Anzahl Jugendlicher bescherte.
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